DBVW-Jahrestagung 2026: Wasserwirtschaft gemeinsam zukunftsfest gestalten

Klimaanpassung, sichere Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Wasserrückhalt und Küstenschutz im Mittelpunkt

St. Peter-Ording, 25. September 2026. Trockenperioden und Niedrigwasser auf der einen, Starkregen und Hochwasser auf der anderen Seite: Die Wasserwirtschaft muss sich zunehmend auf extreme und wechselnde Bedingungen einstellen. Gleichzeitig gilt es, eine sichere Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung dauerhaft zu gewährleisten, Wasserressourcen zu schützen und die notwendige Infrastruktur zukunftsfähig aufzustellen. Diese Herausforderungen standen im Mittelpunkt der Jahrestagung des Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft e. V. (DBVW) vom 23. bis 25. September 2026 in St. Peter-Ording.

Fachleute aus der verbandlichen Wasserwirtschaft diskutierten aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze. Im Fokus standen die Sicherung der Wasserressourcen und der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur ebenso wie Küsten- und Hochwasserschutz, Wasserrückhalt, Landschaftswasserhaushalt, Niedrigwasser, Bewässerung und Gewässerunterhaltung.

Gedenken an Turgut Pencereci

Einen besonderen Moment der Jahrestagung bildete das Gedenken an Turgut Pencereci, der am 25. Juli 2026 verstorben ist. Mit ihm verliert die verbandliche Wasserwirtschaft eine Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte mit großer fachlicher Kompetenz und außergewöhnlichem Engagement für ihre Belange eingesetzt hat.

Als Landesgeschäftsführer in Brandenburg und langjähriger Mitgeschäftsführer des DBVW hat Turgut Pencereci die Arbeit und Entwicklung der verbandlichen Wasserwirtschaft maßgeblich mitgeprägt. Geschätzt wurden insbesondere seine Verlässlichkeit, seine Zugewandtheit und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Sichtweisen zu verbinden und praxisnahe Lösungen zu entwickeln.

DBVW-Präsident Franz-Xaver Kunert würdigte seinen langjährigen Wegbegleiter:

„Mit Turgut Pencereci verlieren wir nicht nur einen herausragenden Fachmann der verbandlichen Wasserwirtschaft, sondern auch einen langjährigen Wegbegleiter, dessen Rat, Verlässlichkeit und Menschlichkeit ich persönlich sehr geschätzt habe. Turgut verstand es, Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Sichtweisen zu verbinden und dabei stets das gemeinsame Ziel im Blick zu behalten. Sein Engagement und seine Verbundenheit mit der Wasserwirtschaft werden uns fehlen. Wir werden ihm ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.“

Die Gedanken des DBVW sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen.

Trinkwasser und Abwasser zukunftsfest aufstellen

Eine sichere und nachhaltige Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung gehören zu den zentralen Aufgaben der Daseinsvorsorge. Um sie langfristig gewährleisten zu können, braucht es ausreichend verfügbare und qualitativ hochwertige Wasserressourcen sowie leistungsfähige und resiliente Infrastrukturen.

Der vorsorgende Grundwasserschutz spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie der Umgang mit Nitrat, Pflanzenschutzmitteln, PFAS und weiteren Spurenstoffen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Abwasserbehandlung, den Ressourcenschutz und die Sicherheit der kritischen wasserwirtschaftlichen Infrastruktur.

Gerade unter veränderten klimatischen Bedingungen müssen Wassermenge und Wasserqualität stärker gemeinsam gedacht werden. Eine langfristig sichere Trinkwasserversorgung braucht geschützte Ressourcen und verlässliche Rahmenbedingungen. Auch die Abwasserbeseitigung muss den wachsenden Anforderungen an Gewässer-, Klima- und Ressourcenschutz gerecht werden.

Wasser vorausschauend bewirtschaften

Die Jahrestagung zeigte, dass Wasserrückhalt und Speicherung, Grundwasserneubildung, Bewässerung sowie Hochwasser- und Starkregenvorsorge stärker zusammengedacht werden müssen. Das extreme Niedrigwasser am Rhein im Sommer 2026 verdeutlichte, wie unmittelbar sich veränderte Wasserverhältnisse auf die Praxis auswirken können.

Gleichzeitig gewinnen Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts, zur Stabilisierung der Grundwasservorkommen und zum gezielten Wasserrückhalt in der Fläche an Bedeutung.

Küstenschutz und Niederungen an den Klimawandel anpassen

Der Küstenschutz bildete einen weiteren wichtigen fachlichen Schwerpunkt der Jahrestagung. Im Mittelpunkt standen aktuelle Anforderungen an den Küstenschutz, die Frage, wie es „hinterm Klimadeich“ weitergeht, sowie die besonderen wasserwirtschaftlichen Herausforderungen in Niederungsgebieten.

Dabei wurde deutlich, dass Klimaanpassung nicht am Deich endet. Küstenschutz und die wasserwirtschaftliche Bewirtschaftung der dahinterliegenden Niederungen müssen eng zusammengedacht werden. Leistungsfähige wasserwirtschaftliche Strukturen sind eine wichtige Grundlage, um den wachsenden Herausforderungen in Küsten- und Niederungsgebieten zu begegnen.

Gewässerunterhaltung und Naturschutz zusammendenken

Auch die Anforderungen an eine moderne Gewässerunterhaltung standen im Fokus. Wasserwirtschaftliche Erfordernisse, Klimaanpassung und Artenschutz müssen miteinander verbunden werden. Dafür braucht es praxistaugliche rechtliche Rahmenbedingungen, die der Gewässerunterhaltung als öffentlich-rechtlicher Aufgabe angemessen Rechnung tragen.

DBVW zukunftssicher aufgestellt

Auch personell hat der DBVW die Weichen für die Zukunft gestellt. Godehard Hennies tritt zum 31. Dezember 2026 nach fast 25 Jahren als Geschäftsführer des Wasserverbandstages in den Ruhestand. Die Geschäftsführung des DBVW übernimmt Dr. Björn Hoppenstedt. Dörte Burg übernimmt die Funktion der stellvertretenden Geschäftsführerin. Damit setzt der DBVW auf einen geordneten Übergang und auf Kontinuität für die kommenden Aufgaben.

Gemeinsam für mehr Wasserresilienz

Wie Präsident Kunert abschließend zusammenfasst machte die Jahrestagung deutlich: „Eine resiliente Wasserwirtschaft braucht integriertes Wassermanagement, sichere Trinkwasser- und Abwasserinfrastrukturen, wirksamen Küsten- und Hochwasserschutz, regionale Zusammenarbeit und langfristige Planungssicherheit. Die verbandliche Wasserwirtschaft verbindet Fachkompetenz mit regionaler Erfahrung. Ihr Aufgabenspektrum reicht von Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung über Gewässerunterhaltung und Wasserrückhalt bis zum Hochwasser- und Küstenschutz sowie zur gemeinschaftlichen Bewässerung. Wasserressourcen zu schützen, eine sichere Versorgung zu gewährleisten, Abwasser nachhaltig zu behandeln und gleichzeitig auf Trockenheit, Starkregen, Hochwasser und die besonderen Anforderungen der Küsten- und Niederungsgebiete reagieren zu können, ist eine gemeinsame Zukunftsaufgabe. Dafür braucht die Wasserwirtschaft verlässliche rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen sowie langfristige Investitions- und Planungssicherheit.“

Pressekontakt
Deutscher Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft e. V. (DBVW)
Am Mittelfelde 169
30519 Hannover

E-Mail: presse@dbvw.de

Vertreter der europäischen Wasserwirtschaft diskutieren Zukunft des Wassermanagements in Europa in La Rochelle

La Rochelle, 14. September 2026 – Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Wasserwirtschaft trafen sich zur jährlichen Generalversammlung der European Union of Water Management Associations (EUWMA) 2026 in La Rochelle, Frankreich. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Herausforderungen eines nachhaltigen Wassermanagements unter den Bedingungen des Klimawandels sowie aktuelle Entwicklungen der europäischen Wasserpolitik.

Die Gastgeber aus der Region Charente-Maritime und der französischen Wasserwirtschaft begrüßten die Delegierten und verwiesen auf die zunehmenden Auswirkungen trockener Sommerperioden. Dabei wurde die enge Verbindung zwischen Wasserquantität und Wasserqualität hervorgehoben, die als zentrales Thema die gesamte Veranstaltung prägte.

Mit dem Treffen übernahm Frankreich offiziell die Präsidentschaft der EUWMA vom Deutschen Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft (DBVW), der im vergangenen Jahr die Präsidentschaft innehatte. Die Teilnehmenden würdigten die Arbeit der deutschen Präsidentschaft, die im vergangenen Jahr wichtige Impulse für den europäischen Dialog im Bereich des Wassermanagements gesetzt hatte.

Im Rahmen der Sitzung informierte das EUWMA-Generalsekretariat über aktuelle Entwicklungen auf europäischer Ebene. Zu den diskutierten Themen gehörten die mögliche Weiterentwicklung der Wasserrahmenrichtlinie, Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaresilienz, der Umgang mit PFAS sowie neue Initiativen zur Sicherung der Wasserressourcen in Europa. Die Delegierten waren sich einig, dass eine starke Stimme der Wasserwirtschaft notwendig ist, um die Bedeutung nachhaltiger Wasserbewirtschaftung in den europäischen Entscheidungsprozessen sichtbar zu machen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Fachvorträgen der französischen Präsidentschaft. Vertreter von ASA de France, der UNIMA und des Syndicat Mixte Charente Aval präsentierten Beispiele für integriertes Wassermanagement, innovative Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel sowie kooperative Modelle der Wasserbewirtschaftung auf Einzugsgebietsebene. Die Beiträge unterstrichen die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren, um den wachsenden Herausforderungen durch Extremwetterereignisse und Wasserknappheit zu begegnen.

Besonderes Interesse galt dem Austausch über bewährte Verfahren in den Mitgliedstaaten. Vertreter verschiedener europäischer Delegationen berichteten über nationale Erfahrungen im Dürremanagement, bei institutionellen Reformen sowie bei der Umsetzung integrierter Ansätze im Wassersektor. Die EUWMA bekräftigte damit ihre Rolle als Plattform für den grenzüberschreitenden Wissens- und Erfahrungsaustausch.

Einen bedeutenden Programmpunkt bildete die Diskussion und Verabschiedung der Erklärung von La Rochelle. Darin betonen die Mitgliedsorganisationen die Notwendigkeit, Wasserqualität und Wasserquantität gemeinsam zu betrachten. Zudem wird hervorgehoben, dass die Vermeidung von Schadstoffeinträgen der wirksamste Weg ist, um Europas Wasserressourcen langfristig zu schützen.

Die Teilnehmenden würdigten außerdem das langjährige Engagement zahlreicher Persönlichkeiten für die europäische Zusammenarbeit im Wassermanagement und gedachten dem verstorbenen Mit-Geschäftsführer des DBVW e.V. Turgut Pencereci.

Mit dem Abschluss des Treffens unterstrich die EUWMA ihren Anspruch, den fachlichen Austausch zwischen den Mitgliedstaaten zu fördern, gemeinsame Herausforderungen im Wassersektor zu adressieren und die nachhaltige Bewirtschaftung der europäischen Wasserressourcen aktiv zu unterstützen.

Kontakt:
presse@dbvw.de

 

Nachruf

Hannover, 27. Juli 2026

Die Wasserwirtschaft trauert um Turgut Pencereci

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Turgut Pencereci, der bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist.

Mit ihm verliert die Wasserwirtschaft eine herausragende Persönlichkeit, die sich über Jahrzehnte hinweg mit außergewöhnlichem Engagement für die Belange der verbandlichen Wasserwirtschaft eingesetzt hat. Als Landesgeschäftsführer des Landesverbandes Brandenburg prägte er die Entwicklung der Wasserwirtschaft in seinem Bundesland maßgeblich. Zugleich wirkte er weit über die Landesgrenzen hinaus und brachte seine Erfahrung, seine Fachkenntnis und seine Persönlichkeit in den Deutschen Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft (DBVW) ein.

Als langjähriger Mitgeschäftsführer des DBVW hat er die Arbeit des Bundesverbandes entscheidend mitgestaltet. Viele wichtige Entwicklungen, Initiativen und Positionierungen tragen seine Handschrift. Mit klarem Blick, hoher fachlicher Kompetenz und großem Verantwortungsbewusstsein setzte er sich stets für praxisnahe Lösungen und eine starke Interessenvertretung der Wasserwirtschaft ein.

Wer mit ihm zusammenarbeiten durfte, erinnert sich jedoch nicht nur an seine beeindruckende Expertise. Geschätzt wurde er vor allem als Mensch: verbindlich, verlässlich, zugewandt und immer bereit, sein Wissen zu teilen. Er verstand es, Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Sichtweisen zu verbinden und auch in herausfordernden Situationen den gemeinsamen Weg im Blick zu behalten.

Sein Wirken war geprägt von Leidenschaft für die Wasserwirtschaft und von der Überzeugung, dass nachhaltige Lösungen nur im Miteinander entstehen können. Mit seiner ruhigen Art, seinem Humor und seiner menschlichen Nähe gewann er die Wertschätzung weit über den Kreis seiner Kolleginnen und Kollegen hinaus.

Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine große Lücke. Die Wasserwirtschaft verliert einen engagierten Gestalter, viele Weggefährten verlieren einen geschätzten Freund und Ratgeber.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen. Ihnen gilt in diesen schweren Tagen unser tief empfundenes Mitgefühl.

Wir werden Turgut Pencereci als herausragenden Fachmann und als bemerkenswerten Menschen in dankbarer Erinnerung behalten.

Deutscher Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft (DBVW)

Darmstadt, 13./14. April 2026

EUWMA‑Halbjahrestagung 2026 – Integrative Wasserwirtschaft als Schlüssel europäischer Wasserpolitik

Am 13. und 14. April 2026 hat in Darmstadt die Halbjahrestagung der European Union of Water Management Associations (EUWMA) stattgefunden. Veranstalter ist der Deutsche Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft e. V. (DBVW), der die Tagung im Rahmen seiner deutschen Präsidentschaft der EUWMA ausrichtet.

Als Zusammenschluss der Wasserwirtschaftsverbände aus EU‑Mitgliedstaaten bringt die EUWMA diejenigen Akteure zusammen, die europäische Vorgaben im Alltag umsetzen. Die Jahrestagung dient dem fachlichen Austausch über gemeinsame Herausforderungen und als politisches Forum, um Erfahrungen aus der Praxis in den europäischen Entscheidungsprozess einzubringen.

Mit der Ausrichtung der EUWMA-Tagung unterstreicht der DBVW sein Anliegen, die verbandliche Wasserwirtschaft als unverzichtbaren Partner für eine zukunftsfähige europäische Wasserpolitik sichtbar zu machen und die Bedeutung integrierter Lösungen für Klimaanpassung, Ressourcenschutz und Versorgungssicherheit hervorzuheben.

Die diesjährige Tagung steht daher im Zeichen der europäischen Wasserpolitik und der Frage, wie eine integrative Wasserwirtschaft als strategisches Leitprinzip in der Europäischen Union weiter gestärkt werden kann. Angesichts des Klimawandels, zunehmender Nutzungskonflikte, wachsender Anforderungen an die Versorgungssicherheit sowie laufender und geplanter EU‑Regelungen kommt der Umsetzung europäischer Wasserpolitik auf regionaler Ebene eine besondere zentrale Bedeutung zu.

„Die Wasserpolitik der Europäischen Union wird vor Ort umgesetzt – in den Regionen, durch leistungsfähige Wasserverbände“, betont DBVW-Präsident Franz-Xaver Kunert. „Damit europäische Ziele umsetzbar, wirksam und akzeptiert sind, müssen Verbände und Politik eng zusammenarbeiten. Gerade auf EU‑Ebene brauchen wir dafür kohärente Rahmenbedingungen, die die Vielfalt regionaler Strukturen berücksichtigen und die Rolle der Wasserverbände stärken. Die EUWMA bietet hierfür eine entscheidende Plattform für den europäischen Erfahrungsaustausch.“, so Franz-Xaver Kunert weiter.

Der zweite Veranstaltungstag war einer Exkursion zum Wasserverband Hessisches Ried (WHR) und der Rheinwasseraufbereitungsanlage in Biebesheim am Rhein gewidmet, die beispielhaft an den Schnittstellen vielfältiger, vom Wasser geprägter Nutzungsinteressen arbeitet.

„Der Wasserverband Hessisches Ried zeigt, wie europäische Anforderungen, regionale Besonderheiten und vielfältige Nutzungsinteressen vor Ort in Einklang gebracht werden können. Integrative Wasserwirtschaft bedeutet, Wasser nicht sektoral zu denken, sondern Nutzung, Schutz, Vorsorge und Entwicklung gemeinsam zu betrachten“, so Franz-Xaver Kunert. „Solche Beispiele sind essenziell, um europäische Wasserpolitik weiterzuentwickeln – praxisnah und nachhaltig.“

Die EUWMA‑Halbjahrestagung 2026 setzt damit ein klares Signal: Eine zukunftsfähige, resiliente Wasserwirtschaft in Europa braucht integrative Ansätze, starke regionale Strukturen und einen intensiven Dialog zwischen Politik und Praxis.

Brüssel, 8. April 2026 – EUWMA-Delegation besucht Europäische Kommission und Europäisches Parlament

Eine Delegation der European Union of Water Management Associations (EUWMA) hat, unter diesjähriger Präsidentschaft des Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft (DBVW) und seines Präsidenten Herrn Franz-Xaver Kunert, am heutigen Tag in Brüssel Gespräche mit Vertretern der Europäischen Kommission sowie Mitgliedern des Europäischen Parlaments (MEP) geführt. Ziel des Besuchs war es, die Zusammenarbeit zwischen den politischen Entscheidungsträgern und den Akteuren der Wasserwirtschaft zu stärken und die Herausforderungen der nachhaltigen Wasserwirtschaft in Europa zu adressieren und die Hamburg-Erklärung der EUWMA vorzustellen, die sich auf die Förderung der Wasserresilienz konzentriert.

Die Erklärung formuliert die Notwendigkeit, Wasserresilienz als integralen Bestandteil der Klimaresilienz zu betrachten. Sie betont, dass der Schutz der Wasserressourcen und die Anpassung der Wasserwirtschaft an die Auswirkungen des Klimawandels untrennbar miteinander verbunden sind. Die Hamburg-Erklärung fordert von der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten, die Förderung von Wasserresilienz in den Mittelpunkt der politischen Agenda zu stellen, um die Wasserwirtschaft langfristig widerstandsfähig gegen die Herausforderungen des Klimawandels und anderer globaler Krisen zu machen.

(v.l.n.r.) Godehard Hennies (DBVW e.V), Jan van der Steen (Unie van Waterschappen), Franz-Xaver Kunert (DBVW e.V.), Maximiliane Schöning (WVT e.V.), Annelle Louise Van der Wel (Unie van Waterschappen)

Den Auftakt bildete ein Gespräch mit MEP Lena Düpont, mit einem starken Fokus auf dem Schutz der Trinkwasserressourcen, der Minimierung von Spurenstoffen und dem konkurrierenden Wasserbedarf zwischen Gesellschaft, Industrie und Landwirtschaft. Die EUWMA-Delegation appellierte dabei, den Stellenwert der Wasserwirtschaft als fundamentale Grundlage für die öffentliche Gesundheit und die europäische Wirtschaft weiter zu betonen und entsprechende politische sowie rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

(v.l.n.r.) Maximiliane Schöning (WVT e.V.), Franz-Xaver Kunert (DBVW e.V.), MEP Lena Düpont (Europäisches Parlament CDU/CSU), Jan van der Steen (Unie van Waterschappen), Godehard Hennies (DBVW e.V)

Im anschließenden Austausch mit dem für die EU-Wasserresilienzstrategie zuständigen Mitglied im Umwelt-Kabinett, Frau Pernille Weiss-Ehler, sind zentrale Themen der europäischen Wasserpolitik erörtert worden. Insbesondere wurden die Herausforderungen im Bereich der Anpassung an die Klimawandelbedingten Veränderungen intensiv besprochen. Im Gespräch wurde die Notwendigkeit einer engen und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten betont, um die Wasserversorgung und -entsorgung in Europa langfristig auf einem hohen Niveau zu sichern.

(v.l.n.r.) Annelle Louise Van der Wel (Unie van Waterschappen), Maximiliane Schöning (WVT e.V.), Godehard Hennies (DBVW e.V), Pernille Weiss-Ehler (European Commission-Cabinet of Commissioner Jessika Roswall), Franz-Xaver Kunert (DBVW e.V.), Luca Perez (European Commission), Jan van der Steen (Unie van Waterschappen)

Franz-Xaver Kunert, Präsident des Deutschen Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft e.V. (DBVW e.V) und der EUWMA, erklärte: „Die Wasserwirtschaft in Europa steht vor enormen Herausforderungen, die nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Politik und den Akteuren vor Ort gemeistert werden können. Der Austausch mit der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament ist ein bedeutender Schritt, um die Perspektiven und Forderungen der Wasserwirtschaft auf europäischer Ebene zu vertreten und für eine nachhaltige und resiliente Wasserversorgung zu sorgen. Als Vertreterin elementarer Infrastruktur gehört die Wasserwirtschaft an den Tisch Europäischer Entscheidungsfindung.“

Ein zentrales Anliegen der Delegation war die Forderung nach einer stärkeren Integration der Wasserwirtschaft in die europäischen Klimaschutz- und Anpassungsstrategien. Angesichts des Klimawandels erfordert die Wasserversorgung neue innovative Lösungen und eine verstärkte Investition in die Infrastruktur.

Nur so kann eine nachhaltige Wasserwirtschaft auch unter den extremen Herausforderungen des Klimawandels langfristig sichergestellt werden.

Über die EUWMA
Die European Union of Water Management Associations (EUWMA) ist eine Interessenvertretung der Wasserwirtschaft in Europa. Sie setzt sich für eine nachhaltige, innovative und zukunftsfähige Wasserwirtschaft in Europa ein. Die EUWMA besteht aus zahlreichen nationalen und regionalen Verbänden, die die Interessen der Wasserwirtschaft auf europäischer Ebene vertreten und deren politische Belange fördern.

Austausch über die Resilienz deutscher Versorgungsnetze mit Bundeswehr

Am 21. Januar 2026 kamen Vertreter des Breitbandverbands ANGA, des deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft DBVW sowie des VST am Berliner Standort des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr mit Generalleutnant André Bodemann und Oberst Andreas Reitz zusammen, um über Fragen der Resilienz bezüglich der Versorgungsnetze in Deutschland zu diskutieren. Nur wenige Tage nach dem Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin eine hochaktuelle Thematik. Wie können die Versorgungsnetze für Wasser, Strom, Gas und Telekommunikation resilienter werden und welche Sicherheitsthemenfelder müssen bearbeitet werden, um auch unter dem Gesichtspunkt Gesamtverteidigung Deutschlands bestehen zu können. Seitens der Verbände wurde angemerkt, dass im zivilen Sektor eine durchgängige nationale Sicherheitsstrategie – so wie es der OPLAN DEU im militärischen Bereich ist – bislang immer noch vermisst wird. So seien immer noch in den Bundesländern sich erheblich unterscheidende Abläufe und Zuständigkeiten vorhanden.

Der Termin jetzt in der Julius-Leber-Kaserne in dieser Zusammensetzung war bereits der zweite. Schon Anfang Oktober 2025 war Generalleutnant André Bodemann in der Geschäftsstelle des VST in Berlin zu Gast und hatte sich mit Vertretern der drei Verbände zu einem Austausch getroffen. Für das Jahr 2026 planen ANGA, DBVW und VST weitere gemeinsame Projekte sowie Gespräche mit der Bundeswehr – auch die Zusammenarbeit der genannten Verbände untereinander soll bezüglich des Themas Resilienz der Versorgungsnetze in einer Arbeitsgruppe zusammengeführt und weiter verstärkt werden.

Teilnehmer: (v.l.n.r.) Carsten Engelke (ANGA), Robert Steffen (Vodafone), Generalleutnant André Bodemann, Godehard Hennies (DBVW), Jan Syré (VST), Marco Lampert (Netze-Gesellschaft Südwest mbH), Franz-Xaver Kunert (DBVW)

 

Freigegeben durch BW, 23.01.2026

Berlin, 12. Januar 2026 – Trinkwasser in bester Qualität und die zuverlässige Entsorgung von Abwässern sind in Deutschland selbstverständlich. Diese Leistungen werden täglich genutzt und bilden eine elementare Grundlage für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Die deutsche Wasserwirtschaft arbeitet auf einem sehr hohen Niveau – sowohl im europäischen als auch im internationalen Vergleich.

Diese Leistungsfähigkeit dokumentiert das Branchenbild 2025, das heute im Namen der führenden Verbände der Wasserwirtschaft an den Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Jochen Flasbarth, übergeben wurde.

Mit dem „Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025“ geben ATT, BDEW, DBVW, DVGW, DWA und VKU in Abstimmung mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund erneut einen aktuellen Überblick der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland sowie zukünftige Herausforderungen. Zentrales Ziel der deutschen Wasserwirtschaft ist es, die hohen Qualitätsstandards zu sichern und zu verbessern.

„Eine verlässliche Versorgung mit Trinkwasser und eine sichere Entsorgung von Abwasser sind für Deutschland unverzichtbar. Unsere Branche stellt diese Ver- und Entsorgungssicherheit seit Jahrzehnten sicher – und wird dies auch künftig tun. Angesichts der wachsenden Herausforderungen sind erhebliche Investitionen erforderlich, um die Leistungsfähigkeit der Wasserwirtschaft dauerhaft zu erhalten und zu stärken“, erklären die Repräsentanten der deutschen Wasserwirtschaft anlässlich der Übergabe.

Zu den zentralen Herausforderungen zählen Fragen der Trinkwasserqualität, der Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie in deutsches Recht, der demografischen Entwicklung, des Erhalts der Infrastruktur sowie sich wandelnder rechtlicher Rahmenbedingungen. Hinzu kommt der Klimawandel, der Anpassungsprozesse und neue Lösungsansätze erfordert. Die Wasserwirtschaft steht damit vor der Aufgabe, bewährte Methoden weiterzuentwickeln und gleichzeitig innovative Wege zu gehen, die den Klimaschutz, die Klimaanpassung und die Energie­wende berücksichtigen.

Zudem gewinnen der Schutz der Trinkwasserressourcen vor Stoffeinträgen, die Minimierung von Spurenstoffen wie Pflanzenschutzmitteln sowie der steigende und teils konkurrierende Wasserbedarf in Gesellschaft, Industrie und Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklungen führen zu Nutzungskonflikten, die eine enge Abstimmung aller betroffenen Akteure erforderlich machen.

Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger stellen sich diesen Aufgaben mit flexiblen und angepassten Lösungen vor Ort – in einem zunehmend komplexen politischen Umfeld.

Die Herausgeberverbände des Branchenbildes setzen sich daher dafür ein, dass die Politik die erforderlichen Rahmenbedingungen für die Gewährleistung einer finanzierbaren und nachhaltigen öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung schafft.

 

Das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft 2025 können Sie hier abrufen.

20260112 Gemeinsames Pressestatement Branchenbild 2025

 

Copyright  BDEW / Jens Schicke

 

Nürnberg, 26. September 2025 – Vom 24. bis 26. September 2025 fand die diesjährige Jahrestagung des Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft e. V. (DBVW) in Nürnberg statt. Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Deutschland kamen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Wasserwirtschaft zu diskutieren.

Am Mittwoch, dem 24. September, wurde die Veranstaltung eröffnet durch DBVW-Präsident Franz-Xaver Kunert und Stefan Hußnätter, Vorsitzender des Landesverbands der Wasser- und Bodenverbände Bayern e. V.

Im Anschluss standen hochkarätige Fachvorträge auf dem Programm, darunter Michael Müller vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg mit seinem Beitrag „Wasserzukunft Bayern 2050 – Herausforderungen gemeinsam angehen“. Claudia Robel vom Abwasserverband Schwabachtal ergänzte mit einem weiteren Vortrag „Themen und Entwicklungen im Abwasserverband Schwabachtal“.

Die Mitgliederversammlung bot Raum für Berichte aus den Landesverbänden, darunter Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Hamburg, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern sowie Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

Am Abend folgten Grußworte von politischen Vertretern, Staatsminister Thorsten Glauber, dem Bürokratieabbauverantwortlichen des Freistaates Bayern Herrn Walter Nussel und Dr. Otto Heimbucher, bevor der Tag beim gemeinsamen Abendessen ausklang.

Der Donnerstag stand im Zeichen der internen Verbandsarbeit. Der amtierende Präsident, Herr Franz-Xaver Kunert wurde für weitere vier Jahre von den Mitgliedsverbänden zum Präsident des Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft gewählt. Herr Ronny Schult, Verbandsvorsteher des Landesverbands der Wasser- und Bodenverbände Mecklenburg-Vorpommern, wurde zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Herr August Lustfeld trat nicht zur Wiederwahl als Vizepräsident an. Die Mitgliedsverbände bedankten sich herzlich für sein großes Engagement.

Am Freitag, dem 26. September, rundete eine Exkursion ins „Knoblauchsland“ die Tagung ab. Die Teilnehmenden besichtigten ein Pumpwerk in Kraftshof, den Gemüsebaubetrieb Hofmann GbR und erhielten Einblicke in digitale Bewässerungssteuerung.

„Die Wasserwirtschaft steht vor großen Herausforderungen – von Klimaanpassung über Digitalisierung bis hin zur nachhaltigen Sicherung unserer kostbaren Ressourcen. Die Jahrestagung zeigt, wie wichtig der fachliche Austausch und die enge Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden und politischen Entscheidungsträgern ist, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.“
– Franz-Xaver Kunert, Präsident des DBVW e. V.

Am 15. und 16. September 2025 fand die diesjährige Jahrestagung der European Union of Water Management Associations (EUWMA) in Hamburg statt – ausgerichtet vom Deutschen Bund der verbandlichen Wasserwirtschaft e.V. (DBVW). Mit der Übergabe der EUWMA-Präsidentschaft von Fenareg (Portugal) an unseren Präsidenten Franz-Xaver Kunert vom DBVW rücken nun für ein Jahr die Themen der deutschen Wasserwirtschaft in den Mittelpunkt.

Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung standen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im europäischen Wassermanagement. Vertreter:innen aus Belgien, Frankreich, Deutschland,  den Niederlanden, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Portugal diskutierten über:

  • Klimaanpassung
  • Gewässerschutz
  • Infrastruktur
  • Europäische Förderpolitik

Besonders im Fokus: die zunehmenden Trockenperioden, steigende Anforderungen an die Infrastruktur, Qualitätsfragen und die dringend benötigte Herstellerverantwortung.

Ein herzliches Dankeschön an Dr. Gudrun Winkler (Hamburg Wasser) und Karsten Specht (OOWV) für ihre inspirierenden Beiträge – und an Stefan Wenzel für seine eindrucksvolle Dinner Speech zu Energiefragen, die den ersten Veranstaltungstag bereichert hat!

Am zweiten Tag stand zudem eine Besichtigung der Deiche auf dem Programm. Beim Deichverband der II. Meile Alten Landes erhielten die Teilnehmenden eine eindrucksvolle Präsentation zu den aktuellen Herausforderungen im Deichschutz – unter der Leitung von Oberdeichrichter und Verbandsvorsteher Wilhelm Ulferts. Vielen Dank für die spannenden Einblicke und den engagierten Austausch!

Für diese zukunftsweisenden Gespräche am Montag durften wir die Räumlichkeiten auf dem Klärwerk Köhlbrandhöft nutzen – vielen Dank an das Team von Hamburg Wasser für die großartige Unterstützung!

Vom 18. September 2024 bis zum 20. September 2024 fand in Eisenach die Jahrestagung des Deutschen Bunds des verbandlichen Wasserwirtschaft e.V. (DBVW) statt. Die Veranstaltung fand in diesem Jahr unter einem besonderen Zeichen statt: Sie wurde gemeinsam von zwei Mitgliedsverbänden ausgerichtet – dem Landeswasserverbandstag Thüringen e.V. und dem Landesverband der Wasser- und Bodenverbände Hessens – und fand symbolträchtig auf der Grenze ihrer Verbandsgebiete statt.

Die Wahl des Tagungsorts Eisenach unterstreicht die enge Zusammenarbeit und den gemeinsamen Gestaltungswillen beider Landesverbände. In Zeiten zunehmender Herausforderungen durch Klimawandel, Hochwasserereignisse und steigende Anforderungen an die Gewässerbewirtschaftung bot die Jahrestagung eine Plattform für Austausch, Innovation und Vernetzung.

Themenschwerpunkte der Tagung:

  • Zukunftsfähige Wasserwirtschaft im ländlichen Raum
  • Digitalisierung und technische Innovationen in der Gewässerunterhaltung
  • Hochwasserschutz und Klimaanpassung
  • Kooperationen über Ländergrenzen hinweg

Neben Fachvorträgen und Diskussionsrunden erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Exkursionen in die Region.

„Diese Tagung ist mehr als ein fachlicher Austausch – sie ist ein Zeichen für Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung“, betont der Geschäftsführer des DBVW, Herr Godehard Hennies.